Von MichAel B. Berger
Eigentlich gehört Dirk Roßmann, wie er selbst sagt, gar nicht zum engsten Kreis um Christian Wulff: "Wir siezen uns." Dennoch hat sich der Gründer und Inhaber der Drogeriekette Rossmann jetzt bei einem Auftritt im ZDF mit einer Wucht und einer Wut wie kein anderer in die Debatte geworfen – als Verteidiger des Präsidenten.
"Was heißt denn hier Kreditaffäre?", hob Roßmann an. "Da ist doch nichts dran." Moderatorin Maybrit Illner hob die Augenbrauen, doch Roßmann kam nun erst richtig in Fahrt. "Er hat erst Geld zu vier Prozent in einer absoluten Niedrigzinsphase angenommen und ist später zu einemrollierenden Kreditübergewechselt."
Soweitweg "vom Markt" sei Wulffs Verhalten nicht gewesen. Das Verhalten fast aller bundesdeutschen Medien, dies sage er jetzt mal klipp und klar, seidagegen"eine Sauerei". Bums – da ließ er beide Hände auf den Tisch knallen. Das Publikum im Saal klatschte.
Doch Roßmann war noch nicht fertig. Als Illner meinte, er müsse wenigstens zugeben, dass Wulff sich ungeschickt verhalten habe, als er scheibchenweise die Wahrheit über seine Kredite mitgeteilt habe, kamer erneut in Fahrt: "Wenn man so angegangen wird, obwohl man nichts verbrochen hat, dann verhält sich doch jeder Mensch ungeschickt."
Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring musste in der Sendung nicht mehr viel sagen. Roßmann ging auch dazwischen, als Illner über das "System Hannover" zu diskutieren begann und erwähnte, dass Bettina Wulff in der PR-Abteilung von Rossmann in Großburgwedel gearbeitet habe.
Laut Roßmann war sie eine beliebte Mitarbeiterin ohne Sonderstatus: "Sie kam mit dem Fahrrad, und mittags aß sie in der Kantine Currywurst." Lafontaine und der ARD-Journalist Christoph Lütgert versuchten hier und da gegenzuhalten, doch Roßmann war nicht zu bremsen.
Irgendwann sagte Möllring, Roßmann habe doch in seinen Filialen bestimmt auch Tees mit beruhigender Wirkung... Roßmann gab zurück, niemand solle sich sorgen: "Ich beruhige mich schon wieder."