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18. November 2011 • Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Schlechtere Bonitätsnote für Nord/LB

Ratingagentur stuft Landesbanken herunter

Von albrecht ScheuerMann
Hannover.
Die Ratingagentur Moody's hat die Bonitätsnoten von zwölf öffentlich- rechtlichen Banken in Deutschland, insbesondere Landesbanken, heruntergesetzt. Zu den betroffenen Instituten gehört auch die Norddeutsche Landesbank (Nord/LB), deren Rating sichumdrei Stufen verschlechterte. Die Bank gab sich jedoch demonstrativ gelassen. "Wir erwarten keine größeren negativen Auswirkungen", erklärte ein Sprecher. Diese Einschätzung beruht vor allem darauf, dass Moody's die Herabstufung ausdrücklich nicht mit spezifischen Entwicklungen bei den einzelnen Instituten begründet. Das Kreditrisiko für sich genommen habe sich weder bei der Nord/LB noch bei den anderen Instituten verändert. Vielmehr reflektiere die schlechtere Bonitätsnote ausschließlich Änderungen im regulatorischen Umfeld.

Diese machten es unwahrscheinlicher, dass die Landesbanken künftig bei möglichen Schwierigkeiten von ihren Eigentümern gestützt werden. Konkret meint die US-Ratingagentur das seit Jahresbeginn geltende Bankenrestrukturierungsgesetz. Dieses ermöglicht die Abwicklung von maroden Banken, wobei auch die Gläubiger unter Umständen auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten sollen. Außerdem habe die Europäische Kommission die Bedingungen für eine Unterstützung von wankenden Banken verschärft.

Der Nord/LB-Aufsichtsratsvorsitzende und niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) äußerte "Unverständnis" über die Entscheidung von Moody's: "Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür." Erst vor wenigen Monaten hatte das Land Niedersachsen eine Kapitalerhöhung der Nord/LB von 1,7 Milliarden Euro – darunter 600 Millionen Euro an frischem Geld – ermöglicht, damit die Bank verschärfte Kapitalanforderungen erfüllen kann. Nun ist eine weitere Kapitalstärkung geplant, an der sich das Land Niedersachsen unter anderem mit neuen Bürgschaften beteiligen will.