Hildesheim (br). Die GBG erweitert für 1,5 Millionen Euro ihr Itzumer Studentenwohnheim um 24 Wohnungen. Anlass ist die lange Warteliste. Die bisherigen 119 Ein- Zimmer-Appartements sind seit der Eröffnung 2007 stets ausgebucht. So erfahren die GBG in Sachen Vermietungen auch ist – mit dem Abstecher zum Hansering betrat das Unternehmen vor drei Jahren Neuland. Denn ein Studentenwohnheim stand bis dato nicht auf der Immobilienliste der Baugesellschaft. Doch die hat mit ihrem Ausflug nach Itzum einen echten Treffer gelandet: Bereits zum Start im Wintersemester 2007 schwärmten Bewohner in Internet-Foren von dem "genialen Haus", die Begeisterung hält auch drei Jahre später noch an. Das Wohnheim ist seither durchgängig belegt, berichtet GBG-Vorstand Jens Mahnken. "Die Nachfrage übertrifft das Angebot bei weitem."
Für Mahnken ein deutliches Zeichen dafür, dass es noch mehr Bedarf an Ein-Zimmer-Appartements für angehende Akademiker gibt. Von denen finden ab Herbst nächsten Jahres insgesamt 133 im Wohnheim "Auf der Höhe" eine Bleibe. Zu den bisherigen Appartements kommen dann zwei Dutzend weitere dazu. Ebenfalls 25 Quadratmeter groß, mit Balkon, Elektroherd, Kühlschrank – das Ganze für 199 Euro Kaltmiete. Der Preis decke nur die Kosten, betont GBG-Chef Mahnken. "Wir machen das für die Stadtentwicklung." Zwar ist die Miete für eine Studentenbude nicht niedrig, das schreckt aber Interessenten angesichts der Ausstattung und der Lage offenkundig nicht ab – beides Vorzüge, die auch Uni-Präsident Prof. Dr. Wolfgang-Uwe Friedrich an dem Wohnheim preist. Dieses stehe genau in der Mitte zwischen Haupt-Campus und der Domäne Marienburg. Die Erweiterung hält Friedrich für sehr erfreulich: "Schließlich gehen wir erneut mit 5500 Studenten ins Wintersemester." Auch bei den Nachbarn vom Studentenwerk schräg gegenüber kommt das Vorhaben gut an – und das, obwohl die Organisation dort selbst ein Wohnheim betreibt.
Das bediene aber mit einer Kaltmiete von 120 Euro und vorwiegend WG-Einheiten einen anderen Markt, betont Studentenwerk-Chef Sönke Nimz. Für ein entspanntes Miteinander sorgt zudem der Wachstumskurs der Uni: "Wir verzeichnen seit drei Jahren eine steigende Nachfrage", sagt Nimz. Für ein anderes Projekt bedeutet die Erweiterung das Aus. So hatte sich der Itzumer Ortsrat auf dem Grundstück, auf dem der Wohnheim-Trakt entsteht, ein Café gewünscht. Doch für das ließ sich kein Betreiber finden, betont Rathaus- Sprecher Horst Richter. Ein Argument, das letztlich auch den Ortsrat überzeugte: Er stimmte dem neuen Konzept zu, der Stadtrat machte mit dem Verkauf des Grundstücks an die GBG den Weg frei. Die "Erfolgsstory" (Mahnken) des Wohnheims hat sich bis nach Hannover herumgesprochen: Neben Finanzminister Hartmut Möllring hat sich die neue Wissenschaftsministerin Dr. Johanna Wanka für den offiziellen ersten Spatenstich am 11. August angekündigt. "Sie möchte sich das mal anschauen", freut sich Mahnken.