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Hildesheim (-dt).
Die Industrie- und Handelskammer IHK spielt ihre Stärke aus und fordert eine Neuordnung der Kreise Südniedersachsens. Vor mehr als 550 Gästen, darunter Eckart von Klaeden, Staatsminister im Kanzleramt, den beiden Landesministern Hartmut Möllring und Hans-Heinrich Sander sowie Landrat Reiner Wegner und Oberbürgermeister Kurt Machens, forderte IHK-Vizepräsident Gerd Streuber Mut bei der nötigen Neuordnung der Kreise in Südniedersachsen. Besonders die dramatische Lage in Holzminden mit „sinkenden Einwohnerzahlen und wegbrechenden Finanzen“ erfordere mutige Ansätze, so Streuber. Ohne den Appell näher auszuführen, wies Streuber darauf hin, es sei „höchste Zeit“, Kosteneinsparungen und Bürokratieabbau nicht nur auf Holzminden zu beschränken.
Wie aus Kreisen der IHK zu erfahren war, stößt eine Fusion Holzmindens mit Schaumburg und Hameln-Pyrmont, wie sie Innenminister Uwe Schünemann im Auge hat, dort auf breite Ablehnung. Schünemann kommt selbst aus Holzminden. „Holzmindens Wege nach Hannover führen über Hildesheim“, hieß es dagegen aus IHK-Kreisen. „Wir benötigen Mut für diese Herausfoderungen“, sagte Streuber und forderte zur Kreisfusion ein „ergebnisoffenes Gutachten mit klaren Daten und Fakten“. Dass die IHK dieses „heikle Thema“, wie es Streuber sagte, ausgerechnet beim Jahresempfang in Hildesheim und in Anwesenheit des ebenfalls aus Holzminden stammenden Landesministers Hans- Heinrich Sander vorbrachte, ließ die neue Stärke des Wirtschaftsverbands in der Krise hervortreten.
Streuber blickte aber auch auf die Flaute in der Autoindustrie, die die Region Hildesheim stark präge. Nur die Abwrackprämie habe den totalen Einbruch verhindert, so Streuber, die Unternehmen stünden jetzt vor einem schwierigen Jahr. Still aber effektiv habe sich im Schatten der Autoindustrie das Gesundheitsund Sozialwesen der Region entwickelt. Inzwischen biete dieser Sektor mit Klinikum, St- Bernward-Krankenhaus und Ameos sowie den Häusern in Alfeld, Diekholzen und Gronau mehr als 13 000 Arbeitsplätze. „Das ist überaus positiv“, so Streuber. Der Studiengang „Health Management“ an der Leibniz-Akademie werde ab Sommer die standortnahe Ausbildung weiter verbessern. Beim Einzelhandel herrrsche Streuber zufolge eher eine abwartende Haltung. Besonders der elektronische Handel mache Veränderungen nötig.
Jetzt richten sich Hoffnungen auf die Arneken-Galerie. Das Aus für Bahnhof und Bernwardgalerie müsse laut Streuber als „Chance für eine Neuplanung“ begriffen werden. Kurz streifte Streuber die Fotovoltaik und lobte Umweltminister Sander. Er setze sich „innovativ für Unternehmen und Umwelt“ ein. An die eigene Kammer gerichtet fiel Streubers Bericht günstig aus. Hilfen für mittelständige Unternehmen seien ebenso gut angenommen worden wie ein China- Tag, der Infos über den interessanten Markt bot. Bildung, Ausbildung und Qualifizierung seien wichtige Standortfaktoren, das Wachstum von Uni und HAWK in Hildesheim und Holzminden gebe „uns Hoffnung für die Zukunft“.
Streuber erwähnte die wachsende Zahl an Ausbildungsverträgen. Allein acht Preisträger „Berufsbeste“ kämen aus der Region. Streuber: „Das zeigt den hohen Ausbildungsstand der Region.“ Inhaltlicher Schwerpunkt des diesjährigen Jahresempfangs der IHK im Festsaal der Robert Bosch GmbH war das Thema Bildung und Türkei. Dazu war der türkische Generalkonsul Aydin Ilhan Durusoy aus Hannover gekommen, um dem Festvortrag von Uni-Präsident Wolfgang- Uwe Friedrich zum Thema Integration und Innovation durch Bildung“ zuzuhören.
Einum (bd).
Brauchen die Ortsteile Ortsräte? Die im Rathaus erwogene Abschaffung stieß jetzt beim 18. Neujahrsempfang des Einumer Ortsrates im Ortsgemeinschaftshaus auf Kritik. Ortsbürgermeister Stephan Hesse (CDU): „Die Ortsräte sind eine absolut bewährte Institution, die gerade in einem Außendorf wie Einum die Verbindung zwischen Stadtrat und Verwaltung einerseits und den Bürgern des Ortes andererseits gewährleisten.“ Ortsrat und Ortsbeauftragter könnten viele Bürgeranliegen vor Ort klären und dadurch Verwaltung und Rat der Stadt entlasten. Dafür gab es Beifall von den Gästen des Empfangs und prominente Unterstützung.
Der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) verwies auf Bemühungen seines Parteifreundes, Innenminister Uwe Schünemann, der die Ortsräte stärken wolle. In seinem Jahresrückblick verwies der Ortsbürgermeister auf die kooperative Mitwirkung des Ortsrates bei der Entwicklung des Gewerbegebietes Glockensteinfeld und die im Spätsommer begonnene Sanierung des Ehrenmals und Einumer Wahrzeichens, der Klus-Kapelle. Von den vielen Gemeinschaftsaktionen hob Hesse das Maifest mit Maibaumaufstellung und erstmals einem Kunst- und Hobbymarkt, das Ferienprogramm und die Seniorennachmittage hervor. Grußworte sprachen Hildesheims Bürgermeister Ekkehard Palandt und Finanzminister Hartmut Möllring. „Bange machen lassen gilt nicht“, meinten beide mit Blick auf die Wirtschafts- und Finanzkrise.
Nachdem sich Irene Marzahn, Leiterin der Grundschule Achtum, bei den Einumer Eltern für das Engagement bei der Umgestaltung des Schulhofes bedankt hatte, stellten kleine Schauspieler aus der ersten und zweiten Klasse zwei Stücke aus dem Theaterprojekt mit der Theaterpädagogin Nele Stauske vor. Darin geht es um ökologische Kreisläufe. Für Eddy, den Regenwurm und das Stück „Bienenleben“ gab es tosenden Beifall. Den heimste auch Ela Wydra mit ihrem tanzenden Hund Merlin, einem Australian Shepard, ein. Gespendet für einen guten Zweck wurde auch. Die Sammelbüchsen der Grundschulkinder füllten sich schnell. Das Geld ist für den zweiten Bauabschnitt der