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12. August 2010 • Hildesheimer Allgemeine Zeitung

60 Millionen Euro für Hildesheim

Wissenschaftsministerin verspricht: Bauprojekte der Hochschulen sind beim Land finanziell "fest verankert"

Hildesheim (hei).
Eine große Chance sieht Niedersachsens Wissenschaftsministerin Johanna Wanka (CDU) für die Hildesheimer Hochschulen. 60 Millionen Euro bekommen die Uni und die HAWK, verteilt auf die kommenden Jahre. Damit könnten sie sich fitmachen für die Zeit, wenn die Zahl der Schüler wieder sinke und der Wettbewerb um Studienanfänger schärfer werde.

Gleich zwei Minister stellten sich gestern im Redaktionsgespräch den Fragen zur Zukunft Hildesheimer Bildungsund Kultureinrichtungen: Johanna Wanka, gelernte Mathematik-Professorin, spätere Hochschulpräsidentin, dann Brandenburger und nun niedersächsische Wissenschaftsministerin. Begleitet wurde sie von Finanzminister Hartmut Möllring (CDU). Ihre Botschaft: Die Stadt wird profitieren von den Investitionen. 55 Millionen Euro für Neu- und Umbauten seien im Haushalt "fest verankert", sagt Wanka: für den neuen HAWK-Campus sowie für die Erweiterungsbauten der Universität, die Domäne Marienburg, die Lübecker Straße und den Marienburger Platz. Weitere fünf Millionen Euro stehen für Sanierungsvorhaben aus dem Konjunkturpaket bereit. Auf der Domäne hatte Uni-Präsident Wolfgang-Uwe Friedrich die Ministerin bereits zu einem ersten Gespräch empfangen. Die alten Mauern haben ihre Wirkung nicht verfehlt: "Wunderbar", schwärmt Wanka.

Dass zudem auch die HAWK einen neuen Campus bekommt, sei ein absoluter Glücksfall, ergänzt Möllring: "Eigentlich war Hildesheim gar nicht dran, aber mit dem Umzug des Klinikums hat sich diese Chance geboten." Das Vorhaben sei auf dem Weg, könne sich aber wegen komplizierter Ausschreibungen etwas verzögern: "Es war geplant, im März die Verträge zu unterschreiben, aber wir wollen nicht so etwas erleben wie Hamburg mit der Elbphilharmonie." Durch den Zukunftspakt des Landes mit den Hochschulen ist Wanka fünf Jahre sicher vor allen Sparverpflichtungen, die Möllring seinen Kabinettskollegen noch auferlegen könnte. Doch die Christdemokratin blickt schon weiter. Denn nach den derzeit zahlreichen Studienanfängern und vor allem nach dem doppelten Abiturjahrgang, der ab dem nächsten Sommer an die Hochschulen strömt, wird die Zahl der Erstsemester wieder deutlich sinken. Die Konkurrenz unter den Hochschulen wird dann noch schärfer. Wer sich bis dahin einen guten Ruf erarbeite, habe auch danach gute Karten, argumentiert Wanka.

Bei der Verteilung der rund acht Milliarden Euro aus dem Zukunftspakt will die Ministerin eigene Akzente setzen. Noch stärker soll die Leistung zählen – und dabei gehe es nicht ausschließlich darum, möglichst viele Studenten zum Abschluss zu bringen. Wanka zeigt sich sicher, dass die Lehrerausbildung an der Uni Hildesheim noch weiter gestärkt wird. Details lässt sie noch offen. Bedeutet das den Einstieg in die Ausbildung von Lehrern für die gymnasiale Oberstufe? "Das ist nicht sehr wahrscheinlich", sagt sie. Beim Theater für Niedersachsen (TfN) ist die Landesfinanzierung ab 2012 weniger klar als bei den Hochschulen. In Gesprächen mit den kommunalen Theatern will Wanka schnellstmöglich ausloten, wie die Zielvereinbarungen ab 2012 ausgestaltet werden können.

Die größte Gefahr für die Theater sieht Wanka jedoch im hohen Altersschnitt der Zuschauer: "Wenn diese mit ihren Programmen nicht junge Leute ansprechen, kommt in 30 Jahren niemand mehr." Angebote für Kinder und Jugendliche seien deshalb sehr wichtig. Zudem müssten sich alle Bürgermeister und Landräte rechtzeitig überlegen, welche Sparten ihres Theaters gesund seien und deshalb eine Zukunft hätten und welche nicht.