Hildesheim (bar).
Die Renataschule und das Scharnhorstgymnasium haben beschlossen zusammenzuarbeiten, um Schülern den Übergang von einer Schulform zur anderen zu erleichtern. Die Unterzeichnung der Vereinbarung fand im Rahmen eines Festaktes in der Aula der Renataschule statt. Gleichzeitig fanden sich weitere Gründe zum Feiern: Seit fünf Jahren gibt es die „große Realschule“ von Klasse fünf bis zehn, und das neue Leitbild und Schulprogramm der Renataschule liegen vor. Außerdem zeigten Schüler die Ergebnisse einer Projektwoche zum zwanzigsten Jahrestag des Mauerfalls. Die Renataschule wolle sich als „Realschule mit Perspektiven“ profilieren, als selbstbewusster Bestandteil des dreigliedrigen Schulsystems, erklärte Schulleiter Martin Lücke.
Bereits wiederholt hat die Schule das Gütesiegel als ausbildungsfreundliche Schule erhalten für ihre Maßnahmen, die den Übergang von der Schule in das Berufsleben erleichtern sollen. Nun soll durch die Kooperation mit dem Scharnhorstgymnasium auch der Übergang von Schulabgängern in die gymnasiale Oberstufe besser gelingen. Schon jetzt bereite die Renataschule mit der zweiten Fremdsprache und Wahlpflichtkursen darauf vor.
In Zukunft soll es einen ständigen Austausch unter den Fachlehrern und Unterrichtshospitationen geben. Für Schüler, die wechseln wollen, ermöglicht das Gymnasium Probeunterricht. Doch auch wer vom Gymnasium an die Realschule kommt, solle sich „gut aufgehoben“ fühlen, so Lücke. Schülerbegegnungen sind zum Beispiel bei Sportveranstaltungen geplant. Auch unterhalten beide Schulen eine Partnerschaft nach Tansania und streben dazu eine Zusammenarbeit an. Der Leiter des Scharnhorstgymnasiums, Reinhard Sell, lud die Schüler der Renataschule ein, an einer Arbeitsgemeinschaft Kisuaheli an seiner Schule teilzunehmen. Birgit Oelker, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Universität Hildesheim, würdigte in ihrem Referat das Schulprogramm der Renataschule und dessen Motto „Sich wohl fühlen und etwas leisten“.
Die Schulen, so Oelker, stünden unter Beobachtung der Öffentlichkeit. Wenn eine Schule nach außen erläutere, was sie tue, dann komme sie nicht ins Gerede, sondern ins Gespräch. Für eine lebensbejahende Haltung und eine gute Erinnerung an die Schulzeit sei nicht eine tolle Ausstattung entscheidend. Das Wichtigste seien die Persönlichkeiten.
Gratulationen zur Kooperation gab es von Landesfinanzminister Hartmut Möllring, der selbst am Scharnhorstgymnasium sein Abitur gemacht hat, sowie von Bürgermeister Ekkehard Palandt und Ochtersums Ortsbürgermeister Dr. Ulrich Kumme. Schüler der Klassen 6c und 6d zeigten im Rahmenprogramm Akrobatik. Die Klasse 7c hatte mit Lehramt-Studenten der Universität einen szenischen Schnelldurchlauf durch die Geschichte des geteilten Deutschlands vorbereitet, musikalisch eingeleitet von der Klasse 7a. Zum Abschluss brachten die Schüler eine Mauer aus Pappkartons zum Einsturz.