Hildesheim (tem).
Geldverschwendung bei der Stadt: Diesen Vorwurf erhebt der Itzumer CDU-Chef und Ex-Ratsherr Klaus Veuskens gegenüber Rat und Verwaltung. Der Wasserkamp bei Itzum, 2005 für Wohnbauzwecke erworben, werde dank jetzt beschlossenen Flächennutzungsplans 2020 zum teuersten Rübenacker Deutschlands. Schon 1983 gab es Bemühungen bei der Stadt Hildesheim zum Kauf der Domäne Marienburg. Mit den 445 Hektar Land im Süden Hildesheims wollte sich die Stadt mögliche Optionen für Neubaugebiete und Erholungsangebote (Südsee) in bester Lage offen halten.
2004 ergab sich die Chance, das Areal zu erwerben. Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) wollte sich von überflüssigen Immobilien des Landes trennen und das Geld in den Schuldenabbau stecken. Erklärtes Ziel der Stadt war es zu diesem Zeitpunkt, Ausgleichs- und Ersatzflächen für die Entwicklung neuer Baugebiete im Stadtgebiet einzurichten. Das Land drängte auf eine schnelle Entscheidung. Offensichtlich wurden dabei auch Kaufinteressen möglicher Investoren als Mitbewerber um Teilflächen wie den Wasserkamp ins Spiel gebracht. Die Stadt sah die Gefahr, Einfluss bei der Entwicklung der Gebiete zu verlieren und brachte den Kauf mit einem finanziellen Kraftakt unter Dach und Fach. Schon in vier Jahren sollte sich die Kosten für den Erwerb von 12,7 Millionen Euro refinanziert haben. Das war zumindest der Plan, der dann gescheitert ist.
Der Bodenwert für das „Bauerwerbsland Wasserkamp“ wurde von der Stadt mit 1,647 Millionen Euro (20 Euro pro Quadratmeter) beziffert. In der Vorlage 233/04 vom 3. Februar 2005 findet sich dazu folgender Hinweis: „Vermarktung des Wasserkamps als Wohnbauland für gehobene Ansprüche mit circa 8,2 Hektar. Im Flächennutzungsplan ist für diese Wohnnutzung festgelegt.“ Während es in der SPD schon damals erhebliche Widerstände gegen das Wohnbaugebiet gab, wollte die CDU zunächst daran festhalten, beließ es dann aber nach Bürgerprotesten in Itzum zur Kommunalwahl 2006 bei eher schwammigen Aussagen. Der jetzt beschlossenen Flächennutzungsplan 2020 schließt ein Neubaugebiet auf dem Wasserkamp aus. Unabhängig davon kann der Rat jederzeit Änderungen des Planes beschließen, wenn sich dafür eine Mehrheit ergibt.
An der jetzigen 180-Grad-Wende von Rat und Verwaltung entzündet sich die Kritik des CDU-Ortsvereinsvorsitzenden Veuskens: „Die für den Wohnungsbau gekaufte Fläche wird damit zum teuersten Ackerland Deutschlands.“ Ziel müsse es doch nach wie vor für die Stadt sein, die Einwohnerzahl Hildesheims über 100 000 zu halten, um nicht von einer Großstadt zu einer großen Kleinstadt zu schrumpfen mit all den „krassen negativen Folgen“ für das Image, die Bedeutung, Finanzen und Infrastruktur der Stadt.
Als Beispiel verweist Veuskens auf die Müllabfuhr: Mit abnehmender Einwohnerzahl müssten immer weniger Kunden für die festen Kosten aufkommen. Die Folge: „Die Müllgebühren schießen nach oben.“ Am Wasserkamp hätte die Stadt ein hochattraktives Wohngebiet zu günstigen Konditionen selbst entwickeln können, um das Abwandern von Familien in den Landkreis mit den dort niedrigeren Grundstückspreisen zu verhindern oder um damit Neubürger zu gewinnen. Diese Chance habe der Rat leider vertan. Der jetzige Beschluss des Stadtrates zum neuen Flächennutzungsplan 2020 und damit zum Nein für eine Bebauung des Wasserkamps ist nach der Meinung von Veuskens „mit Sicherheit kein Meilenstein in der Entwicklung der Stadt Hildesheim, sondern vielmehr eine krasse kommunalpolitische Fehlentscheidung,