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31. August 2009 • Hildesheimer Allgemeine Zeitung

Wulff für Landesbankfusion

Ministerpräsident offen für späteren Zusammenschluss von Nord/LB und HSH

VON DIRK STELZL
Hannover/Hamburg.
Der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat sich für einen Zusammenschluss der norddeutschen Landesbanken ausgesprochen. „Wir sind offen für eine Konzentration bei den Landesbanken“, sagte Wulff in einem Interview mit dem „Hamburger Abendblatt“. Eine große norddeutsche Landesbank „hat sicher ihren Reiz“. Allerdings müsse die HSH Nordbank vor einer Fusion ihre Geschäfte in Ordnung bringen. „Dann könnte ich mir einen Zusammenschluss der Nord/ LB mit der HSH Nordbank vorstellen.“ Der Ministerpräsident forderte, dass der Sitz des gemeinsamen Geldinstituts in Hannover sein müsste, wo die Norddeutsche Landesbank ihre Zentrale hat.

Die Nord/LB habe in den vergangenen Jahren schließlich äußerst erfolgreich gearbeitet, betonte Wulff: „Die Manager sind eben nicht unkalkulierbare Risiken wie die Kollegen der HSH Nordbank eingegangen.“ Auch die Nord/LB hat unter der Finanzmarktkrise gelitten – sich aber besser geschlagen als andere Geldinstitute. Im vergangenen Jahr erzielte sie einen Gewinn vor Steuern von 22 (Vorjahr: 503) Millionen Euro. Im ersten Halbjahr 2009 erwirtschaftete sie einen Vorsteuergewinn von 276 Millionen Euro – dies war etwa ein Drittel mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das Ergebnis nach Steuern übertraf mit 253 Millionen Euro den Vorjahreswert um fast 60 Prozent. Die HSH Nordbank ist dagegen in der Krise schwer in Bedrängnis geraten und konnte nur durch milliardenschwere Hilfen der öffentlichen Hand gerettet werden. Mehrheitseigner des Instituts sind Schleswig-Holstein und Hamburg. Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring hatte sich vor Kurzem allerdings eher skeptisch über mögliche Zusammenschlüsse der Nord/LB mit anderen Landesbanken geäußert. „Wir sind nicht auf Brautschau“, hatte Möllring gesagt. Man sei aber offen für alle Gespräche. Möllring ist Aufsichtsratschef der Nord/LB.

Ein Zusammengehen mit der HSH Nordbank schloss Möllring „kategorisch“ aus: „HSH und Nord/ LB sind unter den ersten fünf Schiffsfinanzierern der Welt. Ein Zusammenschluss würde zu einer Potenzierung des Risikos führen, was wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.“ Die Nord/LB habe frühzeitig erkannt, dass der Schiffsboom zu Ende gehe, und daher seit einiger Zeit in diesem Geschäftsgebiet vorsichtig agiert. Niedersachsen hält mit 41,75 Prozent den größten Anteil an der Nord/LB. Weitere Träger sind Sachsen-Anhalt (8,25 Prozent) sowie die Sparkassen in Niedersachsen (37,25), Sachsen-Anhalt (7,53) und Mecklenburg-Vorpommern (5,22).

Nach Ansicht des Sparkassenverbandes Niedersachsen dürften bis zu einer Neuordnung der Landesbankenlandschaft jedoch Jahre vergehen. Bis dahin müsse noch einiges passieren, sagte der Präsident des Sparkassenverbandes, Thomas Mang, vor wenigen Tagen. Die Landesbanken müssten erst „wetterfest“ gemacht werden. Dies könne zwei bis drei Jahre dauern. Kritiker dringen bereits seit Jahren auf weitere Zusammenschlüsse der öffentlich- rechtlichen Banken. Der Präsident des Deutscher Sparkassen- und Giroverbandes, Heinrich Haasis, rechnet mit einem Umbau der Landesbankenlandschaft in den nächsten fünf Jahren. (mit: dpa/rtr)