Hildesheim (hei).
Das Bischöfliche Gymnasium Josephinum wird für eine Million Euro den Trakt am Hückedahl sanieren. Das Gebäude hat derzeit keine Wärmedämmung – und der Lärm vorbeirasender Krankenwagen stört den Unterricht. Genau 522 900 Euro hat das Kultusministerium in Hannover jetzt bewilligt, das Geld stammt aus dem Konjunkturpaket des Bundes. Auf eine Million stockt das Bistum die Summe auf. „Wir haben das lange vor uns hergeschoben, denn für uns allein war das nicht zu bewältigen“, bekennt Norbert Kesseler, Leiter der Immobilienabteilung des Bistums. Das Geld fließt ausschließlich in den am Hückedahl gelegenen Trakt, etwa ein Viertel der gesamten Schulfläche am Domhof.
Das Haus wurde in den 70er Jahren auf den Ruinen der 1945 zerbombten Lehrerwohnungen errichtet. Doch die Betonwände sind nicht gedämmt. „Energetisch eine Katastrophe“, graust sich Kesseler: Die Wärme wird direkt nach außen abgeleitet. Eine aufwendige Untersuchung durch Experten der TU Braunschweig hat im vergangenen Jahr das ganze Ausmaß der Energievergeudung offengelegt. „Das frisst uns auf Dauer auf“, erklärt Schulleiter Benno Haunhorst, warum jetzt etwas geschehen muss. Die fehlende Dämmung ist jedoch nicht das einzige Problem. Das Holz der Fensterrahmen fault weg, im Musikraum drückt der Ostwind regelmäßig Wasser durch das Fenster. Hinzu kommt der Lärm: Wenn ein Krankenwagen mit Martinshorn durch den Hückedahl rast, ist bei den Schülern alle Konzentration weg.
„Generell wird der Verkehr durch das neue Ärztezentrum immer mehr“, beobachtet der Schulleiter. Das Haus wird daher gänzlich neu umhüllt: Wärmedämmputz, wärmeisoliertes Glas und eine Dämmung im Dach halten dann die Wärme drinnen und den Lärm draußen. Die Nachricht, dass Konjunkturpaketmittel in das Gymnasium fließen, überbrachte Hildesheims Landtagsabgeordneter Hartmut Möllring (CDU). Mittlerweile ist auch der offizielle Zuwendungsbescheid da. Von den Schulen des Bistums wird außer dem Josephinum nur noch eine Schule in Hannover gefördert. „Wir haben uns entschieden, das Geld zu konzentrieren, damit es sich auch lohnt“, erklärt der Immobilienverantwortliche Kesseler. Im Herbst sollen die Arbeiten losgehen, Ende 2010 muss alles Geld verbaut sein. Die Schüler werden während der Bauzeit in andere Räume am Domhof und im Kolleggebäude umquartiert. Das sei aber kein Problem, sagt Schulleiter Haunhorst: „Wir haben genug Platz.“
Hildesheim (-dt.) Ende November vergangenen Jahres saßen ein paar Wirtschaftskapitäne zusammen und berieten mit Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring, wie sich die galoppierende Weltwirtschaftskrise wohl auf Deutschland und Niedersachsen auswirken würde, auf Unternehmen, Arbeitsplätze, Steuern, am Ende auf Aktienkurse. Allerlei düstere Ahnungen und Besorgnisse wurden ausgetauscht. Dann der Entschluss, einen Bierdeckel zur Hand zu nehmen, die ganzen wirtschaftsweisen Worte in eine einzige Zahl zu fassen und diese aufzuschreiben. Jeder notierte, wo seiner Meinung nach der deutsche Aktienleitindex Dax ein halbes Jahr später, genau am 30. Juni 2009, stehen werde. Wetteinsatz: eine Flasche Rotwein. Jeder schrieb seine Zahl auf, die von Möllring war die positivste: Er schrieb damals, der Dax werde im Sommer 2009 bei 5500 Punkten stehen. Alle anderen wagten das nicht. 3300 Punkte war der pessimistischste Tipp, die anderen nicht viel zuversichtlicher. Aber mildes Vergessen breitete sich über der Wette aus, bis jetzt plötzlich der Bierdeckel wieder auftauchte. Die Wette konnte eingelöst werden. Am 30. Juni stand der Dax bei 4808 Punkten, Möllrings Optimismus hatte gesiegt, sein 5500er Tipp war der beste, alle anderen hatten den Dax deutlich tiefer gesehen. Wann der gewonnene Rotwein fließen wird, ist noch unklar.